Sunday, March 18, 2012

Heimatliche Klaenge - vol.101




The Attacks - We Call It Attackology 
(Schweiz 1967 Privatpressung LP ML 30-403)

01 - Foot Tapper
02 - This Hammer
03 - See See Rider
04 - Tico Tico
05 - Hey Joe
06 - Razzle Dazzle
07 - Dandy
08 - Fall In Love
09 - Zambesi
10 - The Beat Goes On
11 - Maid Marion's Theme
12 - Dear Mrs.Applebee
13 - Blue Suede Shoes

Die vorliegende Platte haben die ATTACKS als Andenken an die schцne Zeit des Musizierens fьr sich und alle ihre Anhдnger prдgen lassen. Sie will und kann kein Meisterwerk sein, denn die Aufnahme wurde spontan und nach kurzem Ueberlegen gemacht.

Es waren einmal fьnf junge Leute, die nicht nur ein Hobby hatten - die Schule, sondern auch musizierten. Jeden Samstagnachmit¬tag wurde frisch, frei, frцhlich Lдrm gemacht. Der Lдrm entwickelte sich langsam zu Musik, die fьnf jungen Leute zu einer Band. Die Geburtsstunde der ATTACKS hatte geschlagen. Der Musikwelt stand Schцnes bevor. Immerhin: die Eltern bezweifelten dies; sie hцrten die Musikbotschaft wohl, allein ihnen fehlte der Glaube! Denn: Samstag fьr Samstag drцhnte, beatete und fegte es in «lautester Vollstдrke» durch die trauten Rдume der Familien Bourquin und Herberich, geschaffen fьr samstдgliche Ruhe und Erholung.
Ein anderes Probenlokal musste gesucht werden. Rene Schmid¬lins Grossvater, Karl Schweizer, stellte sein Haus, bzw. seinen Keller, bzw. seinen Hauskeller zur Verfьgung. Nun wurde eisern und hart an jedem Samstagnachmittag gepaukt, ja an schulfreien Tagen, wie zum Beispiel am Schulsynoden¬«Fest», ganztдgig geprobt. Die technischen Anlagen liessen vor¬erst noch zu wьnschen ьbrig, aber «Kommt Zeit, kommt Apparat» sagten sich die jungen Leute, zu deutsch: «Gut (Musik)-Ding will Weile haben.»
Inzwischen war die Kunde von THE ATTACKS bereits durch die Lande gegangen. Am Konfirmandenfest der Andreasgemeinde im Bottmingerschloss spielte sich das erste Engagement ab. Im Juli 1965 folgte die Jungbьrgerfeier in Binningen, an welcher die 20jдhrigen neugebackenen Bьrger und Bьrgerinnen u. a. durch die heiteren Klдnge der ATTACKS in die Staatsbьrgerlichkeit eingefьhrt wurden.
Kennen Sie Piatti? Den Grafiker und Kьnstler Piatti? Er liess an einer Party seiner Tochter Sabine im August 1965 die ATTACKS in seinem Haus aufspielen. Das von ihm gestaltete Plakat, das er der Band schenkte, wird von den ATTACKS in hohen Ehren gehalten.
Zwischendurch bangten die ATTACKS um entliehenes Hallgerдt und Schlagzeug. Als beides plцtzlich den Besitzern zurьck¬gegeben werden musste, hiess in ihrem «Book of the ATTACKS»: Eine erschьtternde Nachricht! - Allmдhlich aber kцnnen sie sich Hallgerдt und Schlagzeug anschaffen. Inzwischen wurde behelfs-mдssig mit anderweitig geliehenen Apparaten gespielt. Im Oktober 1965 beglьcken die ATTACKS die Tanzlustigen am St.-Franziskus-Bazar in Riehen, und im November besuchen sie ein Konzert der «Kollegen Shadows» in Basel. Folgerung: THE ATTACKS wollen fortan den anspruchsvollen Spuren (lies Noten) der Shadows folgen. «Swiss Shadows!?
Eine Sternstunde im Musikleben der ATTACKS war das Enga¬gement fьr das Atlantis-Restaurant in Basel am Sylvester 1965. Fьr auswдrtige Ignoranten: Das Atlantis ist alkoholfrei und eigentliches Gymnasium-Stammlokal (nach den Schulstunden!) der Basler Jugend. Es spielen dort vornehmlich qualifizierte und renommierte Bands. Das kann sich das Atlantis leisten, weil es stets bummsvoll ist.
Im Februar 1966 (die Engagements folgen sich so schlagartig. dass der geneigte Leser jetzt wohl nicht mehr ьber die ATTACKS im Zweifel ist!?) hallten ATTACKS-Klдnge durch das Wasser¬stelzen-Schulhaus in Riehen. Rover und Altpfader hatten sich die Band fьr ihren Unterhaltungsabend gesichert ... und ... einmal im Mai bekam es Sдnger Roger mit Sing-Komplexen zu tun oder wie man sonst sagt, wenn ein begabter Sдnger plцtzlich von «Unfдhigkeit,> spricht. Aber wie so manch anderes Ungereimtes, das es nun einmal bei einer Musikformation ver¬pflichtenden Grades gibt, wurde diese kleine Dissonanz von den ATTACKERN mit Brillanz beseitigt. Roger fand bald wieder Ge¬fallen am Gesang. In dieser kleinen Wirrnis wurde Joe, der Bassist der Band, wegen bevorstehender Matur durch Alain ersetzt.

Die Riehener wussten, wo sie sich eine glatte Tanzband sichern mussten. Bei den ATTACKS. Im Juni 1966 fegten sie wiederum unter grossem Applaus im Wasserstelzenschulhaus. (Die ATTACKS fegten, die Riehener tanzten.) Und am 20. August desselben Jahres feierten die ATTACKS «in eigener Sache» happy birthday to THE ATTACKS! In echter Gemeinsamkeit und Geselligkeit gedachten die sechs jungen Leute des Geburtstages ihrer Band.

In Basel existiert ein Jugendhaus. Fьr auswдrtige Basler: Das frьhere Sommercasino (beim St. Jakobsdenkmal) wurde fьr die Jugend renoviert. Fьr Nichtbasler: Dieses Jugendhaus ist zur Unterhaltung der Jungen geschaffen worden. Es stehen Spielsдle zur Verfьgung. Natьrlich alkoholfrei. Patronat: Freizeitaktion. Hier spielten die ATTACKS im Oktober 1966.

«Kein Brot ist hart!» Die jungen ATTACKER wussten es nicht aus Erfahrung (- wir Westeuropдer leben ja allesamt in der Ueber¬fluss-Aera des 20. Jahrhunderts -), aber sie dachten an hungernde Menschen. Auf der Klagemauer in Basel spielten sie im Frьhjahr 1967 zur Freude der Basler Jugend (und natьrlich auch der an-deren Passanten) fьr die Aktion «Brot fьr Brьder» und konnten der Organisation ein nettes Nettosьmmchen ьbergeben. Kьnftig lдutete bei Manager Rene das Telefon Sturm, die ATTACKS mussten sich der Engagements erwehren ... ... bis der «Eiserne» fiel und die ATTACKS auseinandergehen mussten, da die Vorbereitungen fьr die bevorstehende Matur die jungen Leute in Anspruch nahmen.
M. L.

THE ATTACKS danken Herrn und Frau K. und M. Steinhilber, den «Attackseltern», herzlich fьr ihre unentbehrlichen Hilfe¬leistungen beim Transport der Anlage sowie fьr ihre grosszьgige Gastfreundschaft.
Vielen Dank auch unsern Eltern, die immer wieder Verstдndnis fьr unser Hobby zeigten.
Basel im Juni 1967 THE ATTACKS
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